Kurz vorweg: Ich bin kein Steuerberater. Alles hier stammt aus meiner
eigenen Vorgehensweise und ersetzt keine Beratung. Bei Altvermögen, Staking oder größeren
Summen solltest du mit einem Steuerberater sprechen.
Der Punkt, an dem deutsche Tools scheitern
In Deutschland sind Kryptowährungen nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Dieser eine Satz
steckt in vielen Tools fest eingebaut – und für Österreich ist er falsch.
Bei uns gilt für alles, was ab dem 1. März 2021 gekauft wurde, ein fixer Satz von 27,5 %,
unabhängig davon, wie lange du es hältst.
Wer ein Tool mit deutscher Voreinstellung nutzt, bekommt am Ende einen Report, der eine
Steuerfreiheit ausweist, die es hier nicht gibt. Das ist der wichtigste Punkt bei der
Auswahl – wichtiger als der Preis.
Die zwei Tools
BP Blockpit
Österreichischer Anbieter, auf österreichisches Steuerrecht ausgelegt
Beste Wahl für Österreich - Anbieter
- Blockpit GmbH, Österreich
- Österreich-Recht
- Ja, von Haus aus
- Anbindung per Schnittstelle
- Ja
- Aus Linz – kennt die österreichischen Regeln von Haus aus
- Unterscheidet Altvermögen und Neuvermögen
- Report in einer Form, mit der das Finanzamt etwas anfangen kann
- Für sehr viele Transaktionen wird es teurer
Für wen: Für alle in Österreich, die bei einem ausländischen Anbieter kaufen und selbst erklären müssen.
CT CoinTracking
Der Veteran mit den meisten Anbindungen
Meiste Anbindungen - Anbieter
- CoinTracking GmbH, Deutschland
- Österreich-Recht
- Vor dem Kauf prüfen
- Anbindung per Schnittstelle
- Ja
- Sehr viele Börsen und Blockchains anbindbar
- Seit Jahren am Markt, viele Auswertungen
- Auch für komplizierte Fälle mit vielen Transaktionen geeignet
- Oberfläche wirkt altbacken und überladen
- Deutscher Anbieter – österreichische Besonderheiten prüfen
Für wen: Für Fortgeschrittene mit vielen Transaktionen über mehrere Börsen und Wallets.
Preise bewusst nicht angegeben. Beide Anbieter staffeln nach Anzahl der
Transaktionen und ändern die Pakete regelmäßig. Was du zahlst, hängt davon ab, wie viel du
handelst – schau direkt beim Anbieter.
So gehst du vor
- Tool auswählen und kostenlos registrieren.
- Börse verbinden – über eine Schnittstelle mit Leserechten. Niemals Handels- oder Auszahlungsrechte vergeben.
- Wallets ergänzen, falls du Coins abgezogen hast. Dafür reicht die öffentliche Adresse.
- Laufen lassen. Ab jetzt wird alles automatisch erfasst.
- Am Jahresende Report ziehen und in die Steuererklärung übernehmen.
💡 Mein Tipp
Richte das Tool am selben Tag ein, an dem du dein Börsenkonto eröffnest. Nicht im
Dezember. Rückwirkend ein Jahr zu rekonstruieren – mit Wallet-Transfers, Staking-Erträgen
und einer Börse, die du zwischendurch gewechselt hast – ist die eigentliche Arbeit. Läuft
es von Anfang an mit, merkst du es nie wieder.
Häufige Fragen
Brauche ich überhaupt ein Steuer-Tool?
Das hängt davon ab, wo du kaufst. Führt dein Anbieter die KESt automatisch ab, musst du für diese Trades nichts erklären. Bei allen anderen schon – und das sind aktuell 5 von 6 Anbietern in unserem Vergleich. Sobald mehr als eine Handvoll Transaktionen zusammenkommt, ist ein Tool günstiger als die Zeit, die du sonst investierst.
Kann ich ein deutsches Tool in Österreich verwenden?
Nur mit Vorsicht. Viele deutsche Tools haben die einjährige Haltefrist eingebaut, nach der ein Verkauf in Deutschland steuerfrei ist. In Österreich gilt das für Käufe ab 1. März 2021 nicht. Prüfe vor dem Kauf, ob sich das Tool auf österreichisches Recht umstellen lässt.
Wie funktioniert die Anbindung an die Börse?
Über eine Schnittstelle, die du im Börsenkonto freischaltest. Vergib dabei ausschließlich Leserechte – ein Steuer-Tool muss deine Transaktionen sehen, aber niemals handeln oder auszahlen dürfen. Danach laufen alle Käufe und Verkäufe automatisch ein.
Was ist mit alten Jahren, die ich nie erklärt habe?
Die lassen sich nachtragen, die Tools unterstützen das. Wie du damit gegenüber dem Finanzamt umgehst, ist allerdings eine Frage für einen Steuerberater – da will ich dir nichts raten, was ich nicht verantworten kann.
Transparenz: Zu beiden Anbietern besteht eine Provisionsvereinbarung. Das
ändert nichts daran, welches Tool für Österreich besser geeignet ist – das entscheidet die
Rechtslage, nicht die Provision. Details in der Transparenzerklärung.